Bereits Ende 2019 hatte die CDU im Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne auf Probleme am Niewischgraben hingewiesen (Haldesdorfer Straße bei der Osterbek). Ziel war es, die Entwässerung des Grabens wiederherzustellen und Schäden an angrenzenden Grundstücken zu vermeiden. Doch obwohl das Bezirksamt bereits 2020 Maßnahmen angekündigt hatte, ist bis heute nichts geschehen.
CDU-Antrag bereits 2019 beschlossen
Der Niewischgraben verläuft parallel südöstlich der Haldesdorfer Straße. Er beginnt hinter dem Rückhaltebecken der Osterbek und mündet südwestlich wieder in die Osterbek. Der Graben dient unter anderem der Entwässerung angrenzender Grundstücke, darunter Flächen im Bereich von Aldi und Lidl.
Bereits 2019 wurde festgestellt, dass der Graben ab Höhe der Hausnummer 60 stark versandet und teilweise kaum noch vorhanden war. Zudem befand sich dort eine selbst errichtete Brücke über den Graben. Die Folge: Das Wasser konnte nicht mehr ausreichend abfließen, wodurch angrenzende Grundstücke zunehmend durchfeuchteten.
Auf Antrag der CDU beschloss der Regionalausschuss Ende 2019, die zuständigen Behörden mit der Prüfung des Zustands zu beauftragen, bestehende Mängel gegebenenfalls zu beseitigen und anschließend den Ausschuss zu informieren.
Bezirksamt kündigte Maßnahmen für 2020 an
Im September 2020 legte das Bezirksamt seine Stellungnahme vor. Demnach war bei einem Ortstermin festgestellt worden, dass die Ursache für die Behinderung des Wasserabflusses auf einem überwucherten Pachtgrundstück lag. Insbesondere Brombeerbewuchs beeinträchtigte den Graben erheblich.
Das Bezirksamt teilte damals mit, dass die Verwalterin der Fläche nach der bereits ausgesprochenen Kündigung des Pachtvertrages einen Gartenbaubetrieb mit der Herrichtung des Geländes und des Niewischgrabens beauftragen werde. Die Arbeiten sollten nach Ende der Brutzeit im Herbst 2020 erfolgen.
Sechs Jahre später erneut Thema im Ausschuss
Leider wurde die angekündigte Herrichtung jedoch bis heute nicht umgesetzt. Deshalb brachte die CDU-Fraktion das Thema im April 2026 erneut auf die Tagesordnung des Regionalausschusses.
In ihrem Antrag verweist sie darauf, dass der Graben weiterhin stark versandet sei und seine Entwässerungsfunktion nicht ausreichend erfüllen könne. Die Verwaltung sollte daher erneut beauftragt werden, den Zustand zu prüfen, die Kosten für die notwendigen Maßnahmen zu ermitteln und die Mängel endlich zu beseitigen.
Verwaltung räumt Versäumnisse ein
In der jüngsten Beratung im Mai 2026 wurde deutlich, warum das Verfahren offenbar ins Stocken geraten ist. Nach Angaben der Verwaltung war die Problematik an den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) weitergeleitet worden. Durch einen Sachbearbeiterwechsel sei der Vorgang möglicherweise aus dem Blick geraten.
Nun soll die Verwilderung des betroffenen Bereichs angegangen und das bestehende Entwässerungshindernis beseitigt werden.
Der Antrag wurde zunächst vertagt. Der Regionalausschuss wartet auf eine konkrete Durchführungsbestätigung der Verwaltung. Die CDU kündigte an, das Thema in den kommenden Sitzungen weiter zu verfolgen und regelmäßig nach dem Stand der Arbeiten zu fragen.
Verwaltung muss nun liefern
Der Fall zeigt exemplarisch, wie selbst beschlossene Maßnahmen über Jahre hinweg liegen bleiben können. Bereits 2020 wurden konkrete Arbeiten angekündigt. Sechs Jahre später räumt die Verwaltung ein, dass der Vorgang offenbar aus den Augen verloren wurde. Für die betroffenen Anwohner und Grundstückseigentümer ist das schwer nachvollziehbar.
Nun bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und der Niewischgraben seine wichtige Funktion für die Entwässerung künftig wieder erfüllen kann.


