Die Antworten des Senats zur hausärztlichen Versorgung in Steilshoop machen deutlich: Es gibt weiterhin keine greifbaren Lösungen. Statt auf die dramatische Lage zu reagieren, verweist der Senat vor allem auf Zuständigkeiten und vermeidet klare Entscheidungen.
Ein zentrales Problem ist der Umgang mit möglichen Interimslösungen. Flächen für Containerpraxen, wie hinter der ehemaligen Kita „Pusteblume“, wurden nicht ernsthaft geprüft. Der Senat spricht lediglich von „hypothetischen Fragen“, obwohl Sprinkenhof Eigentümer ist. Auch städtische Flächen im Eigentum von Gesellschaften wie Sprinkenhof bleiben ungenutzt, weil sich Behörden wie LIG und Sprinkenhof gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
Hinzu kommt die fehlende Transparenz bei den Zahlen. Während in Steilshoop Ärzte kündigen und Praxen schließen, arbeitet der Senat weiter mit veralteten Daten. Damit wird die tatsächliche Unterversorgung heruntergespielt.
Besonders schwer wiegt, dass es keinen klaren Plan für die Zukunft gibt. Auf die Frage, wie viele Hausärzte bis 2027 wieder im Stadtteil tätig sein sollen, bleibt der Senat eine Antwort schuldig. Weder Zielvorgaben noch konkrete Maßnahmen oder ein Zeitplan werden genannt.
Auch die U5-Baustelle verschärft die Situation. Statt zusätzliche Busse oder Shuttles bereitzustellen, verweist der Senat lediglich auf Schilder und Pläne. Für ältere Menschen und Kranke reicht das nicht aus.
Schließlich bleibt auch die Apothekenversorgung ungeklärt. Für die einzige verbliebene Apotheke gibt es keine klare Sicherungsstrategie – trotz der hohen Bedeutung für den Stadtteil.
Das Fazit ist ernüchternd: Der Senat erkennt die Notlage nicht an, vermeidet jede konkrete Lösung und spielt auf Zeit. Für die Menschen in Steilshoop bedeutet das, dass die medizinische Versorgung weiter bröckelt – ohne Aussicht auf schnelle Besserung.
– Drucksache 23/1367 –

