Skip to content Skip to footer

Tragischer Unfall an der Kreuzung Berner Allee/Berner Heerweg – verblasste Radmarkierung erneut im Fokus

Am 12. September ereignete sich an der Kreuzung Berner Allee/Berner Heerweg ein schwerer Verkehrsunfall: Eine Radfahrerin auf einem Pedelec und eine Autofahrerin in einem PKW stießen unter unglücklichen Umständen zusammen. Die Radfahrerin erlag am 15. September im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Im Zusammenhang mit dem Unfall fand am darauffolgenden Sonntag eine Mahnwache des ADFC statt. Dabei wurde deutliche Kritik an der Verkehrssituation an der Kreuzung geäußert: Die Markierung der Fahrradfurt, auf der es zu dem Unfall kam, sei stark verblasst und zudem nicht rot eingefärbt gewesen.

Die Frage drängt sich auf: Hätte eine deutlich sichtbare, klar erkennbare Fahrradfurt zu mehr Sicherheit beitragen können? Unabhängig vom konkreten Unfallhergang steht fest: Radfahrende sind an Kreuzungen besonders gefährdet, wenn ihre Furten schlecht erkennbar sind und sie im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen leicht übersehen werden.

Reaktion des Bezirks Wandsbek

Laut meiner Anfrage teilte das Bezirksamt Wandsbek mit, dass eine Erneuerung der Markierung bereits in Auftrag gegeben worden sei und „baldmöglichst“ ausgeführt werde. Eine Roteinfärbung der Fahrradfurt werde derzeit geprüft. Bislang gilt jedoch: Rote Markierungen werden standardmäßig nur dort umgesetzt, wo Radfahrstreifen in Mittellage verlaufen oder eine sogenannte „besondere Gefährdungslage“ festgestellt wird. Welche konkreten Kriterien dafür angelegt werden, bleibt unklar.

Verzögerungen bei den Fahrradweichen

Auch bei den sogenannten Fahrradweichen im Bezirk zeigt sich weiterhin Umsetzungsbedarf. Obwohl bereits seit 2020 beschlossen ist, diese durchgängig rot einzufärben, ist die Umsetzung in Wandsbek bislang nur teilweise erfolgt. Während andere Bezirke hier deutlich weiter sind, fehlt in Wandsbek weiterhin ein einheitlicher Standard.

Kritik und offene Fragen

Der Fall macht erneut deutlich: Verkehrssicherheit hängt nicht allein von Konzepten und Beschlüssen ab, sondern von deren konsequenter und zeitnaher Umsetzung. Verblasste oder schlecht erkennbare Markierungen sind kein rein optisches Problem, sondern stellen ein reales Sicherheitsrisiko dar.

Warum werden Markierungen oft erst dann erneuert, wenn etwas passiert ist?
Warum ist eine gut sichtbare Gestaltung an stark frequentierten Kreuzungen noch immer nicht selbstverständlich?
Und weshalb kommt die Umsetzung längst beschlossener Maßnahmen wie bei den Fahrradweichen so schleppend voran?

Verkehrssicherheit darf nicht erst dann entschlossen angegangen werden, wenn Menschen zu Schaden kommen. Der Unfall an der Kreuzung Berner Allee/Berner Heerweg sollte Anlass sein, Maßnahmen zügig und konsequent umzusetzen – im Interesse aller Verkehrsteilnehmer.