Die CDU-Bürgerschaftsfraktion setzt sich für ein Pilotprojekt zur Kastration und kontrollierten Wiederansiedlung von Waschbären in Hamburg ein. Der Waschbär (Procyon lotor) breitet sich in Deutschland zunehmend aus. Während die Population in Hamburg bislang noch überschaubar ist, zeigen Beispiele aus anderen Städten wie Kassel, Hannover oder Berlin, welche Probleme eine unkontrollierte Vermehrung verursachen kann – etwa Schäden an Gebäuden, geplünderte Nester, Parasitenübertragungen und Konflikte mit Anwohnerinnen und Anwohnern.
In Hamburg unterliegt der Waschbär dem Jagdrecht. Eine nachhaltige Bejagung ist jedoch in dicht besiedelten Stadtgebieten kaum umsetzbar und stößt zudem auf wenig Akzeptanz in der Bevölkerung. Zudem weisen wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass intensive Bejagung sogar kontraproduktiv wirken kann, da hohe Verluste innerhalb einer Population häufig mit einer erhöhten Fortpflanzungsrate kompensiert werden.
Das geplante Pilotprojekt soll sich am bewährten „Trap-Neuter-Return“-Ansatz orientieren, der bereits bei verwilderten Katzen erfolgreich eingesetzt wird. Dabei werden Tiere eingefangen, kastriert, markiert und anschließend wieder in geeigneten Gebieten freigelassen. Ziel ist es, die Population frühzeitig und tierschutzgerecht zu regulieren, bevor größere Probleme entstehen.
Vorgesehen ist die Zusammenarbeit mit Tierschutzvereinen, Wildtierauffangstationen und Tierärztinnen und Tierärzten. Dabei sollen Standards für Fangmethoden, tierärztliche Eingriffe und Kennzeichnung kastrierter Tiere festgelegt werden. Ebenso sollen rechtliche Rahmenbedingungen geprüft und gegebenenfalls angepasst werden, um das Vorgehen rechtssicher zu gestalten.
Bis Ende 2026 soll der Senat einen Bericht vorlegen, der die Erfahrungen und Ergebnisse des Pilotprojekts zusammenfasst und Handlungsempfehlungen für ein dauerhaftes Waschbär-Management in Hamburg enthält.
Mit diesem Ansatz will die CDU eine pragmatische und tierschutzorientierte Lösung schaffen, um die Ausbreitung des Waschbären in Hamburg rechtzeitig und verantwortungsvoll zu steuern.

