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Arbeitslosigkeit in Hamburg auf Rekordniveau: Zahl der Erwerbslosen seit 2022 um mehr als 35 Prozent gestiegen

Die Entwicklung auf dem Hamburger Arbeitsmarkt gibt Anlass zur Sorge. Während kurzfristige Schwankungen häufig im Mittelpunkt stehen, zeigt der langfristige Blick ein deutliches Bild: Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg ist in den vergangenen vier Jahren massiv gestiegen und hat inzwischen einen neuen Höchststand erreicht.

Im Mai 2022 waren in Hamburg noch rund 69.800 Menschen arbeitslos gemeldet. Bereits ein Jahr später lag die Zahl bei 78.600. Im Mai 2024 wurden 86.800 Arbeitslose registriert, 2025 waren es bereits 93.400. Nun meldet die Agentur für Arbeit für Mai 2026 mit 94.500 arbeitslosen Hamburgerinnen und Hamburgern den höchsten Wert der vergangenen Jahre.

Damit ist die Zahl der Arbeitslosen seit 2022 um mehr als 35 Prozent angestiegen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen längst auch den Hamburger Arbeitsmarkt erreicht haben.

Leichte Frühjahrsbelebung, aber keine Entwarnung

Zwar ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat April um 1,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl der Arbeitslosen jedoch weiterhin höher. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 8,3 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Nach Einschätzung von Sönke Fock, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg, bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Belastend wirken unter anderem die schwache Konjunktur, internationale Krisen, hohe Energiepreise sowie zurückhaltende Investitionen.

Gesundheitswesen bleibt Jobmotor

Trotz der schwierigen Lage gibt es auch positive Entwicklungen. Seit Jahresbeginn konnten fast 30.000 zuvor arbeitslose Menschen wieder eine Beschäftigung aufnehmen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg zuletzt auf rund 1,087 Millionen Menschen. Besonders gefragt sind weiterhin Fachkräfte im Gesundheitswesen. Dort entstanden innerhalb eines Jahres rund 3.300 zusätzliche Arbeitsplätze.

Auch in den Bereichen Sozialwesen und Dienstleistungen wurden zahlreiche neue Stellen geschaffen. Rückgänge gab es dagegen in der Arbeitnehmerüberlassung sowie im Bereich Information und Kommunikation.

Wandsbek gegen den Trend

Ein Blick auf die Hamburger Bezirke zeigt unterschiedliche Entwicklungen. Positiv fällt insbesondere Wandsbek auf. Hier sank die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. Auch in Altona ging die Quote zurück. In Hamburg-Mitte verringerte sie sich leicht auf 10,3 Prozent.

Während Hamburg-Nord einen leichten Anstieg verzeichnete, stiegen die Arbeitslosenquoten in Eimsbüttel und Bergedorf sogar deutlich um jeweils 0,5 Prozentpunkte.

Die Entwicklung sollte ein Warnsignal sein

Die Zahlen zeigen deutlich, dass Hamburg trotz einzelner Lichtblicke vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Während neue Arbeitsplätze vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich entstehen, reicht dies bislang nicht aus, um den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit der vergangenen Jahre auszugleichen.

Dass heute rund 24.700 Menschen mehr arbeitslos sind als noch vor vier Jahren, sollte Politik und Wirtschaft gleichermaßen alarmieren. Die Entwicklung macht deutlich, wie wichtig wirtschaftliches Wachstum, Investitionen und gute Rahmenbedingungen für Unternehmen sind, damit Hamburg wieder mehr Menschen in Beschäftigung bringen kann.