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Grüner Wasserstoff in Hamburg: Hoffnungsträger bleibt noch zu teuer

Hamburg setzt große Hoffnungen auf grünen Wasserstoff – doch preislich ist er nach wie vor keine echte Alternative zu Erdgas. Ab 2027 sollen im Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) in Moorburg jährlich rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden. Bisher haben 25 Hamburger Unternehmen sowie vier Firmen aus dem Umland ihr Interesse an einer Abnahme bekundet. Darunter vor allem Betriebe aus der Chemie, Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastlogistik.
Doch das große Problem bleibt der Preis: Laut einer Studie von Deloitte und dem Öko-Institut liegen die Produktionskosten derzeit bei über 7,50 Euro pro Kilo. Mittelfristig könnten sie auf 4,50 bis 6 Euro sinken – langfristig vielleicht sogar auf 2,50 bis 4 Euro. Zum Vergleich: Erdgas liegt noch immer deutlich darunter. „Eine rechnerische Konkurrenzfähigkeit ist derzeit nicht gegeben“, räumt der Senat ein.
Staatliche Förderungen wie die Klimaschutzverträge sollen helfen, die Lücke zwischen Produktionskosten und Marktpreis zu schließen. Denn ohne Unterstützung werde der Hochlauf kaum gelingen. Mindestabnahmegarantien für öffentliche Unternehmen plant der Senat allerdings derzeit nicht.
Ein weiteres Risiko: Noch gibt es keine verbindlichen Abnahmeverträge. Auch Preisprognosen oder Kalkulationen zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit fehlen.
Grüner Wasserstoff ist für die Industrie unverzichtbar, aber aktuell noch viel zu teuer. Hamburg muss alles daransetzen, verlässliche Rahmenbedingungen und klare Abnahmeverträge zu schaffen – sonst droht der Wasserstoffstandort ins Leere zu laufen.
Drucksache 23/1192