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Steilshoop vor verschlossenen Türen: Nur noch eine Arztpraxis – und niemand greift ein

Es ist Winter in Steilshoop. Es schneit, es ist glatt, viele Wege sind schwer passierbar.
Und dennoch stehen Menschen Schlange – nicht vor einem Geschäft, sondern vor der einzigen noch geöffneten Arztpraxis im Stadtteil.

Die Praxis Ex-Miamedis ist seit Wochen geschlossen und bleibt es bis auf unbestimmte Zeit. Damit bleibt für rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner faktisch nur noch eine Arztpraxis mit zwei Ärzten.

Überfüllt, nicht barrierefrei, keine Kapazitäten

Die Situation vor Ort ist dramatisch. Die Praxis im Flitz-Flinte-Ring ist völlig überfüllt. Menschen stehen im gesamten Flur, über mehrere hohe Treppenläufe hinweg bis zum Ausgang. Nicht ein paar Stufen – richtige Treppen, die für viele ältere, kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen kaum zu bewältigen sind.

Der Warteraum ist voll.
Der Praxisbereich ist voll.
Den Menschen wird gesagt, dass sie nach Hause gehen sollen, weil keine Kapazitäten mehr vorhanden sind.

Doch viele gehen nicht.
Nicht aus Trotz.
Sondern weil sie nicht wissen, wohin.
Weil sie Medikamente brauchen.
Weil sie krank sind.
Weil es keine Alternative im Stadtteil gibt.

Man sieht keine Aggression.
Man sieht Erschöpfung, Traurigkeit und Hilflosigkeit.

Von zehn Hausärzten zu zwei – ein politisches Versagen

Noch 2020 gab es in Steilshoop zehn Hausärzte.
Heute sind es zwei für einen ganzen Stadtteil – eine große Hochhaussiedlung mit bekannten sozialen Herausforderungen.

Diese Entwicklung ist seit Jahren bekannt.
Und dennoch wurde nichts getan, um gegenzusteuern.

Alles versucht – und weiter ignoriert

Es wurde viel unternommen, um auf die Lage aufmerksam zu machen:

  • Petitionen wurden gestartet

  • Medien eingeschaltet

  • Fernsehteams waren vor Ort

  • Gespräche geführt, Zahlen geliefert, Zustände dokumentiert

Der Hamburger Senat kennt diese Situation. Trotzdem passiert: nichts.

Die Zuständigkeiten werden hin- und hergeschoben:
Die Kassenärztliche Vereinigung verweist auf die Sozialbehörde.
Die Sozialbehörde verweist auf die Kassenärztliche Vereinigung.
Alle wissen Bescheid – aber niemand übernimmt Verantwortung.

Steilshoop wird vergessen

So entsteht der Eindruck, dass ein ganzer Stadtteil einfach aufgegeben wird.
Dass Menschen, die ohnehin mit vielen Problemen kämpfen, allein gelassen werden.

Diese Bilder zeigen keine Randnotiz.
Sie zeigen den Alltag eines medizinisch unterversorgten Stadtteils.

Das darf nicht der Normalzustand sein.
Nicht in Hamburg.
Nicht für Steilshoop.

Wer Sicherheit, Zusammenhalt und Perspektiven will, muss zuerst eines liefern:
eine funktionierende medizinische Grundversorgung – hier vor Ort.