Skip to content Skip to footer

Steilshooper Büd’l: 14 Jahre funktionierte die direkte Anlieferung – jetzt legt die Verwaltung dem Ehrenamt Steine in den Weg

Der Steilshooper Büd’l e. V. ist seit vielen Jahren eine wichtige Anlaufstelle im Stadtteil. Ein großer Teil der Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Gerade bei der Anlieferung von Lebensmitteln sind die Helferinnen und Helfer darauf angewiesen, schwere Waren möglichst direkt am Büd’l ausladen zu können.

Nach Angaben des Vereins hat genau das rund 14 Jahre lang funktioniert: Lieferfahrzeuge konnten unmittelbar bis an den Büd’l heranfahren, die Lebensmittel ausladen und anschließend wieder wegfahren.

Doch diese Möglichkeit besteht inzwischen nicht mehr. Seit Monaten versuche ich deshalb mit mehreren Schriftlichen Kleinen Anfragen zu klären, wie die frühere direkte Anlieferung wieder ermöglicht werden kann.

Parkbucht löst das eigentliche Problem nicht

Der Senat hatte zunächst darauf verwiesen, dass eine Ausnahmegenehmigung für das Befahren eines Gehwegs grundsätzlich möglich sei, diese am konkreten Standort allerdings als wenig aussichtsreich bewertet werde.

Daraufhin wurden verschiedene Alternativen abgefragt: eine räumlich und zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigung, eine Zufahrtsberechtigung ausschließlich für bestimmte Lieferfahrzeuge, herausnehmbare beziehungsweise abschließbare Poller oder eine andere bauliche oder verkehrsrechtliche Lösung.

Die aktuelle Antwort des Senats fällt jedoch ernüchternd aus.

Das Bezirksamt Wandsbek verweist darauf, dass Gehwege grundsätzlich nicht für das Befahren mit Kraftfahrzeugen ausgelegt seien und Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten sind. Gerade in diesem Quartier Steilshoops seien zudem bereits zahlreiche Schäden durch illegales Befahren von Gehwegen festgestellt worden.

In Abstimmung mit dem zuständigen Polizeikommissariat wird deshalb eine Parkbucht mit eingeschränktem Halteverbot als angemessene Lösung angesehen.

Nur: Eine Lademöglichkeit im Bereich der vorhandenen Parkstände ist gerade nicht das Problem, um das es seit Monaten geht. Es geht darum, schwere Lebensmittellieferungen wieder unmittelbar bis zum Büd’l bringen zu können.

Warum ging es 14 Jahre – und jetzt plötzlich nicht mehr?

Diese entscheidende Frage bleibt auch nach der erneuten Anfrage unbeantwortet.

Niemand fordert, dass der Gehweg dauerhaft für den allgemeinen Autoverkehr geöffnet wird. Es geht um eine eng begrenzte Lösung für die Anlieferung eines gemeinnützigen Vereins – ausschließlich für bestimmte Fahrzeuge und für die kurze Zeit des Be- und Entladens.

Dass Gehwege geschützt und Schäden verhindert werden müssen, ist nachvollziehbar. Unverständlich ist jedoch, warum offenbar nicht einmal eine konkrete Sonderlösung gefunden werden kann, obwohl die direkte Anlieferung nach Angaben des Vereins rund 14 Jahre lang praktiziert wurde.

Statt den Ehrenamtlichen die Arbeit zu erleichtern, werden ihnen damit zusätzliche Hürden auferlegt. Wer schwere Lebensmittel bewegen muss, für den macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Ware unmittelbar vor der Tür oder weiter entfernt ausgeladen werden kann.

Ehrenamt braucht praktische Lösungen statt zusätzlicher Hürden

Der Steilshooper Büd’l lebt vom Engagement vieler Menschen. Gerade solche Einrichtungen sollten von Politik und Verwaltung unterstützt werden.

Es geht nicht darum, Verkehrsregeln außer Kraft zu setzen. Aufgabe der Verwaltung sollte es vielmehr sein, eine rechtssichere und praktikable Lösung zu finden, die sowohl den Schutz des Gehwegs und der Fußgänger als auch die besonderen Anforderungen des Büd’l berücksichtigt.

Wenn eine direkte Anlieferung rund 14 Jahre funktioniert hat, muss zumindest nachvollziehbar erklärt werden, warum heute keine eng begrenzte Genehmigung oder bauliche Lösung mehr möglich sein soll.

Ehrenamt zu loben reicht nicht. Man muss den Ehrenamtlichen ihre Arbeit auch ermöglichen – und darf ihnen nicht unnötig Knüppel zwischen die Beine werfen.

Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Sandro Kappe (CDU), Drs. 23/5125 „Maßnahmen in Farmsen-Berne und Steilshoop (V)“, Antwort des Senats vom 1. September 2026.

Auch das Abendblatt berichtete: https://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article412981711/steilshooper-tafel.html