Das ist inzwischen nur noch schwer nachvollziehbar: Ausgerechnet das Bezirksamt zieht mit seinem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) aus dem Ärztehaus am Einkaufszentrum Steilshoop aus – und plant offenbar auch langfristig nicht mit einer Rückkehr. Man könnte sagen: Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff.
Dabei hatte der Senat den Verzicht auf eine ursprünglich vorgesehene Übergangsfläche im Einkaufszentrum zunächst mit der Raumstruktur, dem Tageslichtbezug und den Zugängen begründet. Das hat bei mir erhebliche Fragen ausgelöst. Denn gleichzeitig müssen für die dort ansässigen Arztpraxen Lösungen gefunden werden. Was für den ASD nicht passen soll, soll für Ärzte und Patienten funktionieren?
Also habe ich nachgehakt.
Nun rudert der Senat zurück: Die frühere Formulierung sei lediglich „verkürzt“ gewesen. Die Räume im Einkaufszentrum seien für den ASD gar nicht grundsätzlich ungeeignet. Vielmehr habe man im Edwin-Scharff-Ring eine bessere Alternative gefunden. Dort könne nicht nur der Übergang, sondern ausdrücklich auch ein „langfristiger Verbleib des ASD“ sichergestellt werden. Eine förmliche Entscheidungsmatrix oder eine dokumentierte Einzelbewertung der ursprünglich genannten Kritikpunkte gibt es laut Senat nicht.
Das bedeutet im Klartext: Das Bezirksamt zieht seine eigene wichtige soziale Einrichtung aus dem Einkaufszentrum ab und richtet sich andernorts langfristig ein. Gleichzeitig kämpfen wir seit Jahren darum, das Zentrum zu stabilisieren, die medizinische Versorgung zu erhalten und wieder mehr Leben nach Steilshoop zu bringen.
Für mich passt das nicht zusammen. Gerade die öffentliche Hand sollte bei der Stabilisierung des Zentrums Verantwortung übernehmen und nicht selbst dauerhaft den Standort verlassen.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23/5242 vom 11. September 2026, Frage 5.

