Seit Jahren wird untersucht, wie die ehemalige Deponiefläche Neusurenland in Farmsen künftig genutzt werden kann. Diskutiert wurden bereits Wohnungsbau, zusätzliche Sportflächen, eine Erweiterung der bestehenden BMX-Anlage sowie verschiedene Energieprojekte. Trotzdem liegt bis heute kein überzeugendes Gesamtkonzept vor. Es kann doch nicht sein, dass man nach all dieser Zeit noch immer nicht weiß, wohin die Reise gehen soll.
Der Radsportverein vor Ort hat eine klare Perspektive aufgezeigt: Die gesamte Fläche könnte langfristig zu einem BMX- und Radsportzentrum mit überregionaler Bedeutung entwickelt werden. Eine solche Anlage wäre ein großer Gewinn für Farmsen, den Hamburger Sport und insbesondere für Kinder und Jugendliche. Umso wichtiger ist eine klare Aussage des Senats, ob und unter welchen Voraussetzungen diese Idee tatsächlich umgesetzt werden könnte.
Fest steht, dass Neusurenland aufgrund seiner Vergangenheit als Deponie ein schwieriger Standort ist. Die Gründung von Bauwerken auf dem Deponiekörper, der Umgang mit Deponiegasen sowie Fragen des Gesundheits- und Umweltschutzes müssen sorgfältig geprüft werden. Hinzu kommen Anforderungen an die verkehrliche Erschließung und die Finanzierung. Diese Herausforderungen sind bekannt – und gerade deshalb hätte längst geklärt werden müssen, welche Nutzungen realistisch und genehmigungsfähig sind.
Die ursprünglich untersuchte Wohnbebauung scheint in der vorgesehenen Größenordnung nicht ohne Weiteres umsetzbar zu sein. Nun prüft der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen erneut verschiedene Szenarien. Dazu gehören Mischkonzepte aus Sport und Freizeit, Energie- und Digitalstandorte wie Rechenzentren mit Abwärmenutzung sowie Wohnungsbau in geeigneten Randbereichen außerhalb der eigentlichen Deponiefläche.
Doch auch jetzt bleibt vieles offen. Welche Teile der Fläche dauerhaft für andere Nutzungen benötigt werden, welche Bereiche für den Radsport zur Verfügung stehen könnten und ob ein zusammenhängendes Radsportzentrum überhaupt ernsthaft verfolgt wird, beantwortet der Senat weiterhin nicht konkret.
Erst im Herbst 2026 sollen sich die Vorstellungen zur Entwicklung der Fläche so weit verfestigt haben, dass ein verlässlicher Zeitplan genannt werden kann. Anschließend sollen die Öffentlichkeit und die Hamburger Radsportgemeinschaft beteiligt werden. Damit geht erneut wertvolle Zeit verloren.
Farmsen braucht endlich eine klare Entscheidung. Die Idee eines überregional bedeutenden BMX- und Radsportzentrums verdient eine ernsthafte und transparente Prüfung. Der Senat muss offenlegen, welche Flächen dafür nutzbar wären, welche Hindernisse tatsächlich bestehen und was eine Umsetzung kosten würde. Nach jahrelangen Untersuchungen reicht es nicht mehr aus, immer neue Möglichkeiten zu prüfen. Jetzt müssen konkrete Ergebnisse, ein belastbares Konzept und ein verbindlicher Zeitplan auf den Tisch.
Quelle: Drs. 23-04950
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