Am Hermelinweg entsteht derzeit das neue Schwimmbad. Der Neubau soll das frühere Lehrschwimmbecken auf dem Gelände des Berufsförderungswerks ersetzen. Doch statt eines klassischen Lehrschwimmbeckens wird ein Becken mit vier 25-Meter-Bahnen und einer Wassertiefe von bis zu 1,80 Metern gebaut. Gerade mit Blick auf die Schwimmausbildung durch die Vereine bleibt diese Entscheidung kritisch.
Auf meine Anfrage erklärt der Senat, dass die Ausgestaltung bereits 2020 gemeinsam mit Nutzergruppen entwickelt worden sei. Ziel sei eine möglichst „universelle Nutzbarkeit“ – von der Schwimmausbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Breiten- und Leistungssport bis hin zu Reha- und Therapieschwimmen. Varianten wie ein Hubboden wurden diskutiert, letztlich aber verworfen.
Lehrschwimmbecken hätte andere Vorteile
Gerade für die Vereine und die Schwimmausbildung wäre aus meiner Sicht ein klassisches Lehrschwimmbecken die sinnvollere Lösung gewesen. Wer Kindern das Schwimmen beibringt, braucht andere Bedingungen als beim Leistungs- oder Bahnenschwimmen. Eine geringere beziehungsweise anpassbare Wassertiefe erleichtert insbesondere die Arbeit mit Schwimmanfängern.
Die Antwort des Senats lässt zudem offen, welche konkreten Alternativen zu dem jetzt gebauten Becken geprüft wurden. Genannt werden lediglich einzelne Aspekte wie ein Hubboden und die Frage der Wettkampftauglichkeit. Eine nachvollziehbare Gegenüberstellung, warum ein klassisches Lehrschwimmbecken verworfen wurde, enthält die Antwort nicht.
Bauarbeiten 55 Tage im Verzug
Der Rohbau ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Eine Probebefüllung hat bereits stattgefunden, Teile der Wasser- und Lüftungstechnik sind installiert. Noch fehlen unter anderem Fassade, Innenausbau, weitere Technik und die Gestaltung der Außenflächen.
Seit dem Baubeginn im Mai 2025 sind allerdings 55 Tage Verzögerung aufgelaufen. Als wesentlichen Grund nennt der Senat den kalten und schneereichen Winter. Die Gesamtkosten sollen weiterhin im zuletzt genannten Kostenrahmen liegen.
Der Neubau schafft dringend benötigte zusätzliche Möglichkeiten zum Schwimmen in Farmsen. Trotzdem bleibt die Frage, ob mit einem klassischen Lehrschwimmbecken nicht stärker das hätte geschaffen werden können, was Vereine für eine möglichst gute Schwimmausbildung benötigen.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage, Drs. 23/4950

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