Bramfeld: Zwei Teiche westlich & östlich der Heidstücken nicht öffentlich zugänglich – 10,3 Hektar Erholungsfläche in Privathand

Wiederholt haben mich Anwohner/innen angesprochen, inwieweit die Teiche zwischen dem Friedhof Bramfeld und den Straßen Reembusch, Im Soll, Heidstücken und Fahrenkrön der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden können. (Es lässt sich auch von einem See, unterteilt in Nord- und Südhälfte sprechen.)

 

Mitten in Bramfeld gelegen, könnten die beiden Teiche für die Anwohner/innen einen willkommenen Rückzugs- und Erholungsraum darstellen.

 

Das Interesse ist groß, zumal laut Planungsrecht für die Fläche, auf der die Teiche liegen, ein Erholungsgebiet vorgesehen ist. Derzeit aber sind beide Teiche mit hohen Zäunen, Stacheldraht und Verbotsschildern umgeben.

Auf Nachfrage teilte mir der Senat mit (Drucksache 22/1011), dass es sich bei den Teichen um, seit Längerem in privatem Eigentum stehenden, Liegenschaften handelt. Die Teiche sind ehemalige Ziegeleiteiche, die durch Ausbaggerung entstanden sind. In einer früheren Anfrage an das Bezirksamt, war diesem nicht bekannt, ob das Gelände jemals in öffentlichem Besitz war. Jedoch hätten beide Teiche unterschiedliche Eigentümer/innen.

 

Nach vorliegendem Kenntnisstand (Bebauungsplan Bramfeld 58 aus dem Jahr 1998) hat der Teich eine durchschnittliche Wassertiefe von etwa 6 m bis 8 m.

Der besagte Bebauungsplan sieht darüber hinaus vor, einen Spielplatz im westlichen und eine Parkanlage im südlichen Uferbereich für öffentliche Erholungsnutzungen einzurichten.

 

Der nördliche und der östliche Uferbereich sind als Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (sogenannte Maßnahmenfläche) festgesetzt und dienen somit nicht der Erholung.

 

 

 

Damit bleibt die Frage, wieso seit der Planung vor über 20 Jahren noch immer kein Spielplatz und keine Parkanlage im westlichen und südlichen Bereich entstanden sind.

 

Aus datenschutztechnischen Gründen war es mir leider bisher nicht möglich, den Namen des Besitzers bzw. der Besitzerin zu ermitteln, was eine direkte Kommunikation mit diesem/dieser ausschließt.

Der westliche Teich ist in zwei Flurstückskennzeichen eingeteilt:

 

020546-09699 & 020546-01490

 

Zusammen (inkl. zum Grundstück gehörende Grünflächen) machen sie eine Fläche von 63.538 Quadratmetern aus.

 

Der östliche Teil, rechts von den Heidstücken, hat das Flurstückskennzeichen: 020546-01412, welches 40316 Quadratmeter ausmacht.

 

Gesamt ergeben sich also 103.854 m² bzw. über 10,3 Hektar Naturfläche, die die Anwohner/innen nur hinter Stacheldraht betrachten können.

Südlich des westlichen Teiches, an den Adressen Im Reembusch 15 bis 27, befindet sich eine ehemalige Mülldeponie. Auch dieses Stück Land mit den Gemarkungen 8310, 8327 und 8326 ist privatisiert und ungenutzt.

 

Der Bezirk und die Stadt fühlen sich nicht zuständig, die Altlasten zu beseitigen (u. a. Hausmüll, Gewerbeabfall, Bauschutt). Dies obliege dem Eigentümer. Ob die Teiche durch die nahegelegenen Altlasten durch Giftstoffe beeinflusst sind, ist mir nicht bekannt.

Weitere Informationen und Quellen

Download
Bürgerschaft: Kleine Schriftliche Anfrage vom 10.08. und Antwort des Senats
22-01011.pdf
Adobe Acrobat Dokument 50.5 KB

19.10.18: „See zwischen Friedhof Bramfeld und Reembusch/ Im Soll/ Heidstücken: Wer ist Eigentümer? – Kann Rundweg ertüchtigt werden?":

https://www.sandrokappe.de/2018/10/19/see-zwischen-friedhof-bramfeld-und-reembusch-im-soll-heidst%C3%BCcken-wer-ist-eigent%C3%BCmer-kann-rundweg-ert%C3%BCchtigt-werden/

14.02.18: Kleine Anfrage der CDU an das Bezirksamt Wandsbek:

https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1007938

 

09.10.19: Kleine Anfrage ( Folgeanfrage) der CDU an das Bezirksamt Wandsbek:

https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009085

21.02.19: „Verseuchtes Grundstück im Reembusch ist im Privatbesitz und kann daher nicht von der Verwaltung saniert werden“:

https://www.sandrokappe.de/2019/02/21/verseuchtes-grundst%C3%BCck-im-reembusch-ist-im-privatbesitz-und-kann-daher-nicht-von-der-verwaltung-saniert-werden/

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Gerhard (Samstag, 12 September 2020 20:54)

    soweit ich weiß dürfen dort priviligierte Beamte in Form von Polizisten angeln.

  • #2

    Paul Löffler (Sonntag, 13 September 2020 19:58)

    Eine öffentliche Nutzung als Naherholungsgebiet wäre eine Wohltat für alle Bramfelder.

  • #3

    Holger (Mittwoch, 16 September 2020 14:50)

    Ganz genau. Alle Anwohner der genannten Straßen würden sich bestimmt riesig über eine sicher nicht unerhebliche Anzahl von "Tagestouristen" freuen, die motorisiert oder auch per Pedes das Verkehrsaufkommen steigern werden :-(